Die Aquarien und Wasser-Landschaften im Klimahaus ziehen die Blicke der Besucher geradezu magisch an: Welche Fische und andere Bewohner ziehen hier ihre Kreise? Im Ausstellungsbereich "Reise" gehen die Besucher auf eine Tour durch die Klimazonen der Erde. In den Reisestationen Kamerun, Samoa und Langeneß wurden auch deshalb Aquarien in die Ausstellungsgestaltung integriert, weil das Wasser an diesen Orten eine prägende Bedeutung für die dort lebenden Menschen hat. Zugleich tragen die Inszenierungen der besonderen Rolle Rechnung, die das Wasser für das Klima und seinen Wandel spielt.
Während bei herkömmlichen Großaquarien Flora und Fauna in der Regel nach optischen Gesichtspunkten zusammengestellt werden und reale Verhältnisse nur selten zu sehen sind, zeigen die Aquarien im Klimahaus die tatsächlichen Lebensverhältnisse und Lebensgemeinschaften an den Originalschauplätzen. Es gelten also strenge Kriterien für die Bestückung der Wasserwelten. Der Biologe und Aquaristik-Experte des Klimahaus, Dr. Lutz Fischer, unternahm eigens eine Expedition nach Kamerun, um diesen hohen Anspruch an die Authentizität zu gewährleisten.
Hier geht es zur Bildergalerie der Aquarien.
Der Korup-Nationalpark in Kamerun, der als Reisestation auf 8° 34' Ost ausgewählt wurde, ist geprägt durch Flüsse und Wasserläufe. Im Klimahaus ist ein Stück Flusslandschaft im Regenwald nachgebildet. Die hier gezeigten Fische waren teilweise zuvor in der Aquaristik nicht bekannt und wurden auf einer Expedition eigens für das Klimahaus im Umfeld des Nationalparks gefangen. An der Station Samoa wird die Übergangszone vom Land bis zum Korallenriff originalgetreu nachgebaut. Das Riff wird mit den natürlichen Begebenheiten auf den Südsee-Inseln entsprechenden Korallen und Fischen besetzt. Wie der Klimawandel diesen nahezu einzigartigen Lebensraum bedroht, wird anhand von Original-Filmaufnahmen aus Samoa gezeigt. Der vier Meter hohe Nordsee-Zylinder an der Reisestation Langeneß zeigt nicht nur die bislang typischen Nordsee-Bewohner. Dort sind unter anderem auch Meerbarben und Goldstriemen zu sehen, die als Folge des Klimawandels aus südlicheren Gewässern bereits in die Nordsee eingewandert sind.
Sämtliche Tiere, die in den Aquarien und Wasser-Landschaften gezeigt werden, wurden entweder speziell für das Klimahaus unter wissenschaftlicher Aufsicht herangezogen oder den internationalen Schutzvorschriften entsprechend vor Ort gefangen.
Es bestehen zahlreiche Kooperationen zu verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen, wie dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), dem Burger`s Zoo in Arnheim (im Rahmen des Korallenzuchtprojekts SECORE), dem Zoo Aquarium Berlin (in Bezug auf Nachzucht-Programme bestimmter Süßwasser-Spezies), dem Zoo Osnabrück (Nachzucht-Programm für den Regenwaldnilwaran) sowie der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB) in Lübeck in Bezug auf die "Deutsche Zellbank für Wildtiere" (CRYO-BREHM).
Die Klimahaus-Experten arbeiten zudem zusammen mit dem Institut für Marine Ressourcen GmbH (IMARE) in Bezug auf Aquakultur-Projekte, dem Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) für die Zucht mariner Organismen, dem Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM-Terramare) sowie dem Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB) in Senckenberg.
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