Seit kurzem können die Besucher des Klimahaus die Fütterungen der tierischen Bewohner der Wissens- und Erlebniswelt beobachten. Jeden Tag gibt es eine Vorführung, bei der die Klimahaus-Mitarbeiter über die Tiere in der Ausstellung informieren. Montags um 12 Uhr ist der Waran, der "in Kamerun" wohnt, an der Reihe, dienstags und donnerstags um 11 Uhr gehen die Klimahaus-Tierpfleger im Taucheranzug in die Becken und füttern die Fische der Reisestation Samoa. Nicht nur Fütterungen stehen auf dem Programm. An einigen Tagen präsentiert das Klimahaus seinen Besuchern auch Tiere, die normalerweise im Quarantänebereich verborgen sind. Mittwochs um 14 Uhr nehmen die Mitarbeiter zum Beispiel den zu den Riesenschlangen gehörenden Königspython mit in die Reisestation Kamerun, wo besonders mutige Besucher testen können, wie sich Schlangenhaut anfühlt.
Die Ausdehnung des arktischen Meereises hat kürzlich ihr jährliches Maximum erreicht. Auch wenn dies aktuell größer ist als in einigen der vergangen Jahre und damit wieder eine Annäherung an den langjährigen Mittelwert stattgefunden hat, kann keine Entwarnung gegeben werden. Denn das Eisvolumen hat sich im Vergleich zum vorigen Jahr nicht vergrößert. Es liegt damit wieder deutlich unter dem langjährigen Mittel. Der beschleunigte Abwärtstrend der vergangenen Jahre setzt sich also fort. Das arktische Meereis wird immer dünner. Ein neues Exponat im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost erklärt ab sofort die Zusammenhänge zum Schwund des Meereises und zu weiteren so genannten Kippelementen im Klimasystem.
Ein großer Teil des Meereises auf dem Arktischen Ozean schmilzt jedes Jahr im Sommer und gefriert dann im Winter wieder. Die Eisausdehnung lässt sich durch Satellitenbeobachtungen für jeden Tag vollständig erfassen. Seit etwa Ende der 70er Jahre zeigen diese Beobachtungen insgesamt einen Rückgang der Eisausdehnung, die sich in den vergangenen Jahren beschleunigt hat. Noch deutlicher zeigt sich der Rückgang in den Berechnungen des Eisvolumens.
Dünnes Eis schmilzt schneller – ein sich selbst verstärkenden Prozess beginnt: Der dunkle Ozean nimmt im Sommer mehr Sonnenstrahlung auf, während das helle Eis die Strahlung reflektiert. So wird dort, wo sowieso schon wenig Eis ist, weiteres Eis schneller geschmolzen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist in der Arktis nicht mehr Eis vorhanden als im vorigen Jahr. Es ist also zu befürchten, dass sich der negative Trend in diesem Sommer weiter fortsetzt. Neben der kühlenden Wirkung innerhalb des Klimasystems ist das arktische Meereis Lebensraum für viele Tiere. Der Eisbär ist zum Beispiel darauf angewiesen, im Winter vom Packeis aus Robben jagen zu können. Mit dem Meereis schwindet auch der Zeitraum, in dem die Könige der Arktis diese Form der Jagd betrieben können.
Selbstverstärkende Prozesse können an mehreren Stellen des Klimasystems dazu führen, dass so genannte Kippelemente entstehen. Das sind Vorgänge, die relativ plötzlich in einen anderen Zustand übergehen können, wenn gewisse Grenzwerte, zum Beispiel in Bezug auf die Temperatur überschritten werden. Selbst wenn der Auslöser verschwunden ist, stellt sich nicht automatisch der Ursprungszustand wieder ein.
Im Ausstellungsbereich „Perspektiven“ des Klimahaus erklärt jetzt ein neues Exponat die wichtigsten dieser Kippelemente. Auf einer Weltkarte mit drehbaren Würfeln finden sich z.B. Informationen zum arktischen Meereis und weiteren acht Kippelementen. Das neue Ausstellungsstück erläutert anschaulich und verständlich den Ausgangszustand, die Folgen sowie warum und wie es zum „Umkippen“ kommen konnte.
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Die Fischlieferung aus Stralsund wurde in Bremerhaven schon sehnsüchtig erwartet. Schließlich handelte es sich dabei um einen ganz besonderen Transport. Denn das Klimahaus wartete auf die neuen Bewohner für die Reisestation Samoa. Zwei sogenannte Epauletten-Haie haben am vergangenen Donnerstag eins der Großaquarien in der Wissens- und Erlebniswelt bezogen. Die sandfarbenen Fische mit dem auffälligen schwarzbraunen Fleck unmittelbar hinter den Kiemen sind eine Nachzucht aus dem Meeresmuseum Stralsund. Die im westlichen Pazifik beheimateten Tiere können eine Körperlänge von etwa 90 Zentimetern erreichen. In der Unterwasserwelt des Klimahaus herrschen ideale Bedingungen, damit die Tiere sich wohlfühlen. Zudem passen sie ins Ausstellungskonzept, nachdem nur authentischer Besatz in den Aquarien zu finden ist.
Epaulettenhaie sind reine Fleischfresser. Auf dem Speiseplan der nachtaktiven Räuber stehen wirbellose Tiere, wie Krabben und andere Krebstiere, Ringelwürmer, Schalenweichtiere sowie Schnecken. Insgesamt handelt es sich bei dieser Spezies um ausgesprochen gutmütige Haie. Wenn die Klimahaus-Mitarbeiter das nächste Mal auf Samoa abtauchen – um die Scheiben zu reinigen und die Tiere zu füttern – brauchen sie sich also keine Gedanken wegen ihrer neuen Schützlinge zu machen.
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